Blasenentzündung bei Kindern. Nur Tröpfchen am Töpfchen?

Wacholderbeeren wirken entzündungshemmend

Die Harnröhre ist bei Säuglingen und Kleinkindern kürzer als bei Erwachsenen und der Schließmuskel ist noch nicht völlig ausgebildet. Hygieneprobleme durch schlechte Wickelroutine, oder mangelhaftes, selbständiges Säubern des Intimbereiches bei Kleinkindern, stellen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Harnwegsinfekten dar. In einigen Fällen kann eine Fehlbildung des Harnleiteransatzes zu häufigen bakteriellen Harnwegsinfekten führen. (Harnreflux)

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Auslöser für einen Harnwegsinfekt meist Bakterien, die sich über die Harnröhre bis in die Blase und weiter in das Nierenbecken ausbreiten können.

Eine Infektion der Harnwege zu erkennen ist nicht einfach, da die Symptome nicht klar geäußert werden können. Bei Säuglingen bemerkt man die Infektion oft erst, wenn bereits hohes Fieber auftritt und davor bestenfalls durch Unruhe und schlechtes Trinken. Kleinkinder verspüren diffuses Unwohlsein im Bauchbereich, müssen häufiger Wasserlassen und klagen auch über Schmerzen beim Toilettgang.
Bei älteren Kindern kommt noch hinzu, dass kalte oder nasse Füße, Sitzen auf kaltem Untergrund oder nasse Badekleidung zur Auskühlung der Blase führen. Damit ist die Abwehr in diesem Bereich verringert und eine Infektion hat noch leichteres Spiel.

Harnwegsinfekten bei Kindern vorbeugen

Allem voran steht eine gute Intimhygiene. Bei Babys ist ein ausreichend häufiger Windelwechsel wichtig. Der Bereich um den Harnröhreneingang darf nie zu lange in einer feuchten Windel verpackt sein, da sich dort besonders gut Bakterien vermehren.

Beim Windelwechsel den Intimbereich mild reinigen und ausreichend mit lauwarmem Wasser spülen. Dazu eignen sich milde Waschlotionen oder mildes Seifenwasser. Nach der Reinigung mit Wasser die Haut gut trocknen. Entzündungen der Haut im Windelbereich bereits bei den ersten Anzeichen beachten und die Pflege anpassen, denn in entzündeten Arealen bilden sich noch mehr Bakterien.

 

Mit Kindern die bereits selbständig zur Toilette gehen, darf die richtige Reinigung immer wieder geübt werden. Mädchen unbeding darauf hinweisen, dass von vorne nach hinten gewischt wird.
Teil- und Sitzbäder sind Vollbädern vorzuziehen. Der Wasserdruck im Vollbad kann ebenfalls Bakterien in die Blase „drücken“. Ausreichendes Trinken und regelmäßiges Harnlassen reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass sich Bakterien in die Blase „schummeln“ können. Ermutige dein Kind beides ausreichend zu berücksichtigen. Sei ein Vorbild beim Sitzen in der Natur, auf kalten Bänken, Steinen usw. indem du immer eine isolierende Unterlage verwendest.

 

Treten Symptome eines Harnwegsinfektes auf, ist es bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern immer Pflicht, unverzüglich eine genauere Untersuchung beim Arzt durchführen zu lassen. Wird ein bakterielller Harnwegsinfekt diagnostiziert, erfolgt in den allermeisten Fällen eine Behandlung mit Antibiotika.

Natürliche Behandlungsmöglichkeiten bei Blasenentzündungen

Vorweg sei nochmals betont, dass bei Kindern der Spielraum für eine natürliche Behandlung von Harnwegsinfekten geringer ist als bei Erwachsenen. Zu spät wird oft die bakterielle Infektion bemerkt und zu weit hat sie sich bereits ausgebreitet. Deshalb muss rasch gehandelt werden, um eine Schädigung der Nieren zu vermeiden.

 

Zur unterstützenden Behandlung und Vorbeugung wiederkehrender Harnwegsinfekte stehen uns aber einige natürliche Möglichkeiten zur Verfügung. Eine wichtige Maßnahme ist ausreichend viel trinken. Besonders gut tun dabei Säfte aus roten Beeren und Früchten (z. B. Preiselbeersaft). Ein warmes bzw. ansteigendes Fußbad hilft mit, den Becken- und Blasenbereich gut zu durchwärmen. Im Fußbad kann ein Zusatz aus ätherischen Ölen oder ein Teesud die reizlindernde Wirkung auf die Blase verstärken. Früher wurde auch ein Heublumensud für Sitz- Dampf- oder Fußbäder verwendet. Hast du Zugang zu Heublumen guter Qualität, solltest du diese Maßnahme unbedingt nutzen.

Ätherische Öle, die ein hoch antibakterielles und entzündungshemmendes Wirkspektrum aufweisen und dabei hautfreundlich und geweberegenerierend wirken, können zusätzlich für Spülungen im Intimbereich und für warme Auflagen verwendet werden. Dazu zählt etwa das Öl der echten Kamille. Ätherisches Wacholderöl hingegen wirkt auch blasenstärkend. Das Öl des Lavendels ist beruhigend und schmerzlindernd. Manukaöl etwa, mögen Bakterien gar nicht und es wirkt ebenfalls desinfizierend und entzündungshemmend. Die Öle immer verdünnt bzw. in einem Träger emulgiert verwenden.

 

Ein kuscheliges, warmes Plätzchen und mehr Ruhe als sonst helfen mit, den Harnwegsinfekt schnell wieder loszuwerden.